Methoden-Integration in der empirischen Sozialforschung

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute (ASI e.V.)
zugleich Adhoc-Gruppe im Rahmen des Kongresses für Soziologie der DGS in Trier,
6.-10. Oktober 2014

         

Im Hinblick auf die Methoden der empirischen Sozialforschung unterscheidet die Soziologie traditionell zwischen der quantitativen und der qualitativen Sozialforschung. Dabei ist die Frage seit langem umstritten, welcher der beiden Typen von Methoden eher für die soziologische Forschung geeignet ist. In der neueren Diskussion über die Methoden der empirischen Sozialforschung werden aber zunehmend Wege gesucht, beide Typen von Methoden zu integrieren. Dazu werden neuere Methoden verwendet, die sich keiner der beiden Methoden-Traditionen eindeutig zuordnen lassen, wie etwa die Qualitative Comparative Analysis (QCA) (Ragin, 2000, Schneider/Wagemann, 2012) oder bestimmte Varianten des Process Tracing (z.B. Mahooney, 2012). Außerdem werden auch quantitative und qualitative Methoden in neuartiger Art und Weise im Rahmen von Ansätzen der Triangulation (Flick 2008) oder der mixed methods kombiniert (vgl. Bryman, 2008; Keller, 2007).

Die ASI greift die Diskussion über neuere Ansätze und Fragen zur Methoden-Integration auf. Dazu sind drei theoretische Beiträge zu der Frage geplant, inwieweit neuere Ansätze zur Methoden-Integration dazu beitragen können, die traditionelle Spaltung zwischen quantitativer und qualitativer empirischer Sozialforschung zu überwinden. Abschließend soll eine Podiums-Diskussion durchgeführt werden, in der über die Ansätze und Kontroversen zur Integration quantitativer und qualitativer Methoden diskutiert werden soll.

 

 

Programm der Tagung
10. Oktober, 9.00-11.45 Uhr, Raum P 12

Begrüßung und kurze Einführung in die Thematik
     

1.Sitzung: Mixed Methods  

Leitung: Paul Hill  
  • Udo Kelle, Helmuth-Schmidt-Universität Hamburg - Mixed Methods und ihre Anwendungsfelder  
  • Ingrid Tucci, SOEP/DIW Berlin - Empirische Mixed Methods Projekte – Erfahrungen mit SOEP-Daten  
  • Nicolas Legewie, DIW Berlin - Der Stellenwert von Qualitativer Comparativer Analyse im Kontext von quantitativer und qualitativer Sozialforschung 
      
Kaffee-Pause

 

2. Sitzung: Podiums-Diskussion

Diskussions-Leitung: Jürgen Schupp  
  • Hans-Jürgen Andreß, Universität zu Köln, Podiums-Diskussion
  • Nina Baur, TU Berlin, Podiums-Diskussion
  • Stefan Hirschauer, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Podiums-Diskussion
  • Udo Kelle, Helmuth Schmidt Universität Hamburg
  • Rainer Schnell, Universität Duisburg-Essen, Podiums-Diskussion
  • Ingrid Tucci, SOEP/DIW Berlin

 

Literatur
Bryman, Alan (2008): Why do Researchers Integrate/Combine/Mesh/Blend/Mix/Merge/Fuse Quantitative and Qualitative Research? In: Bergman, M.M. E. (ed.) Advances in Mixed Methods Research. Theories and Applications, Los Angeles: Sage.
   
Flick, Uwe (2008): Triangulation. Eine Einführung. 2. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
   
Kelle, Udo. (2007): Die Integration qualitativer und quantitativer Methoden der empirischen Sozialforschung, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
   
Mahoney, J. (2012): The Logic of Process Tracing in Social Science, Sociological Methods & Research 2012 41: 570
    
Ragin, C. (2000): Fuzzy-set social science, Chicago, University of Chicago Press.
  
Schneider, C.Q.; Wagemann, Claudius (2012): Set-Theoretic Methods: A User’s Guide for Qualitative Comparative Analysis and Fuzzy Sets in Social Science. Cambridge: Cambridge University Press.