Uwe Engel (Hrsg.)

Bildung und soziale Ungleichheit

Methodologische und strukturelle Analysen
Tagungsberichte Band 9
Informationszentrum Sozialwissenschaften 2005
141 S., brosch., 10,– EURO
ISBN 3-8206-0147-3
Der Tagungsband ist leider vergriffen. Wir stellen Ihnen hier die Beiträge als pdf-Datei zur Verfügung.
     

Vorwort

Die Beiträge zum vorliegenden 9. Band der Tagungsberichte gehen auf Vorträge zurück, die auf den wissenschaftlichen Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI) in Eichstätt im Herbst 2003 und München im Herbst 2004 gehalten wurden. Im Mittelpunkt stehen Bildung und andere Ungleichheitsfaktoren aus der Perspektive methodologischer und struktureller Analysen.

Zunächst widmen sich Frauke Kreuter, Kai Maaz und Rainer Watermann der Messung sozialer Herkunft in Schulleistungsuntersuchungen. Gestützt auf Daten für PISA 2000 untersuchen sie die Qualität diesbezüglicher Schülerangaben und zeigen auf, dass der Messfehler in diesen Proxy-Angaben mit den Schulleistungen korreliert. Die Autoren diskutieren die Konsequenzen dieses systematischen Messfehlers.

Für die international vergleichende Umfrageforschung stellt die vergleichbare Messung sozio-demographischer Variablen eine Herausforderung dar, die fundierte Kenntnisse von nationalen Konzepten und Strukturen erfordert. Jürgen H.P. Hoffmeyer-Zlotnik widmet sich in seinem Beitrag der Frage der Harmonisierung solcher Variablen im internationalen Vergleich, beleuchtet den Weg vom Konzept zum Kategoriensystem am Beispiel der Variable „Bildung“ und formuliert zehn Regeln der Harmonisierung sozio-demographischer Variablen.

In den beiden folgenden Beiträgen stehen Effekte sozialer Ungleichheit im Mittelpunkt der Analyse. Zunächst untersuchen Julia Simonson und Uwe Engel mit Daten des sozio-ökonomischen Panels Effekte sozialer Ungleichheit und Heterogenität. Konzeptuelle Grundlage bilden verschiedene Statusinkonsistenzmaße mit „Bildung“ als Investitionsstatus sowie ein relationales Statusinkongruenzmaß. Als formale Grundlage werden Mehrebenenmodelle für Querschnitts- und Paneldaten spezifiziert.

Im Brennpunkt des Beitrags von Petra Stein steht die Schätzung von Mobilitätseffekten. Gestützt auf Daten des ALLBUS 1998 untersucht sie Effekte sozialer Herkunft und sozialer Mobilität auf die Präferenz für klassische Musik. Sie zeichnet die relevante Entwicklung in den Modellen dieses Forschungsfeldes nach und zeigt auf, in welcher Weise sich dort aufgetretene Schätzprobleme über eine Weiterentwicklung des Modells beheben lassen.

Einem internationalen Vergleich im Rahmen der OECD-Welt widmet sich der Beitrag von Manfred G. Schmidt. Gestützt auf eine Analyse einschlägiger OECD- Statistiken erklärt der Beitrag, warum die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland relativ niedrig und die privaten vergleichsweise hoch sind.

Schließlich ist der Beitrag von Peter Mutschke und Matthias Stahl einer strukturellen Analyse des Forschungsfeldes Bildung gewidmet. Gestützt auf Netzwerkanalysetechniken sowie die IZ-Datenbanken SOLIS und FORIS und die Datenbank FIS-Bildung des DIPF als Datengrundlage berechnen sie für dieses Forschungsfeld Kooperationsnetzwerke und Akteurszentralitäten und informieren exemplarisch über Möglichkeiten der Nutzung von Autorennetzwerken in Informationssystemen.

Ich bedanke mich – auch im Namen des Vorstands der ASI – bei den Autorinnen und Autoren für ihre Mitwirkung an den beiden wissenschaftlichen Jahrestagungen und ihren Beitrag zu vorliegendem Tagungsband.

Uwe Engel