Bildung und Bildungssysteme im internationalen Vergleich

Die Ergebnisse der Veranstaltung (Vorträge und Diskussionen) wurden zusammen mit den Ergebnissen der Jahrestagung 2004 (Bildung und soziale Ungleichheit in der vergleichenden Umfrageforschung) veröffentlicht.
    
In Zeiten der Individualisierung wird Bildung als eine Determinante wichtiger Einstellungen und Verhaltensweisen zunehmend bedeutsamer. In Zeiten der Globalisierung wird Bildung zu einem vorrangigen Feld der internationalen Konkurrenz – um Wissen, Arbeitsplätze und um Prestige. Aber die Bildungssysteme der Länder unterscheiden sich in ihrem Aufbau und den Leistungen, die sie vom ihrem Land erhalten (Finanzen); und spätestens seit PISA ist weithin bekannt, dass sich Bildungssysteme auch in den Leistungen unterscheiden, die sie für ihr Land bereitstellen (Fertigkeiten, Karrieren, Arbeitsmarktchancen der Schüler, Zufriedenheit der Bevölkerung).

Die international vergleichende Umfrageforschung hat daher gute Gründe, sich mit dem Vergleich von Bildungssystemen zu befassen. Zunächst verlangt der Vergleich von Bildungseffekten die Vergleichbarkeit der Abschlüsse zwischen den Ländern, deren Vorschulen, Schulen und Universitäten sich immer noch stark unterscheiden. Aber selbst wenn Vergleichbarkeit der Abschlüsse hergestellt ist, lassen sich unterschiedliche Effekte auf Bildungsabschlüsse und unterschiedliche Effekte der Bildung auf Einstellungen oder Verhalten noch nicht ohne Weiteres interpretieren. Sie können sich aus globalen Unterschieden der Bildungssysteme ergeben haben. So ist viel Streit darum entstanden, ob der starke Einfluss der sozialen Herkunft auf die Schulleistungen in Deutschland aus der Dreigliedrigkeit des Schulwesens, der fehlenden Ganztagsschule oder auf andere Besonderheiten des deutschen Schulsystems zurückgeführt werden kann. Auf der Tagung sollen vor allem die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen und die globalen Unterschiede zwischen Bildungssystemen untersucht werden, die ihre unterschiedlichen Leistungen vielleicht erklären können.