Wissenschaftliche Jahrestagung 2017

Gemeinsame Tagung der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI) und
der Sektion Methoden der empirischen Sozialforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

10. und 11. November 2017
Robert Koch-Institut, Berlin

    

Qualitätssicherung sozialwissenschaftlicher Erhebungsinstrumente

Die Qualität sozialwissenschaftlicher Erhebungsinstrumente hat wesentlichen Einfluss auf die Belastbarkeit empirischer Schlussfolgerungen, die auf Grundlage von Umfragedaten gezogen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI) und die DGS-Sektion „Methoden der empirischen Sozialforschung“ stellen daher die Qualität von Erhebungsinstrumenten, Verfahren zur Bestimmung ihrer Güte und Methoden der Qualitätssicherung in den Mittelpunkt der gemeinsamen Tagung. Qualitätseinschränkungen ergeben sich aus unterschiedlichen Quellen, wie z.B. Frageformulierung, Gestaltung von Antwortskalen und Fragebögen sowie Interviewer­effekten, aber auch aufgrund von Antworttendenzen oder sozialer Erwünschtheit. Kulturvergleichende Umfragen oder Befragungen spezieller Populationen werfen häufig zusätzliche Herausforderungen auf. So stellen sich etwa im Hinblick auf die Befragung Geflüchteter nicht nur Fragen nach dem angemessenen Erhebungsmodus und dessen Effekten auf die Datenqualität, sondern auch nach Verständnisproblemen und kulturellen Unterschieden im Antwortverhalten. Mit letzterem Punkt ist auch ein weiterer Themenkomplex angerissen, der die Qualität sozialwissenschaftlicher Erhebungsinstrumente betrifft: die interkulturelle Vergleichbarkeit und Harmonisierung von Umfragedaten, deren Gelingen für die Aussagekraft komparativ angelegter Untersuchungen in räumlicher und zeitlicher Hinsicht essenziell ist. Schließlich ergeben sich auch bei der Erhebung bestimmter Datentypen oftmals weitere Herausforderungen. So kann etwa die Erhebung von Ereignisdaten unter Erinnerungsfehlern leiden, während mitunter bei Panelstudien Panel-Conditioning- und Seam-Effekte auftreten.

PD Dr. Natalja Menold, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Tobias Wolbring, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Programm-Flyer